Gemeinsame Veranstaltung mit der IHK und der Handwerkskammer zum Thema Inklusion in der beruflichen Ausbildung

Podium
© Wolfgang Mädel

Ein kompetent besetztes Podium und ein sehr interessiertes Auditorium hörten sich aufmerksam die Ausführungen der Vorsitzenden Helga Kiel, des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen an, um sich dann aus den verschiedensten Perspektiven dem Thema zu widmen.

Die gemeinsame Veranstaltung mit der Industrie- und Handelskammer zu Kiel und der Handwerkskammer Lübeck am 4.Oktober 2017 in den Räumlichkeiten der IHK war inhaltlich ein Erfolg, nur die Betriebs- und Personalräte, die Jugendvertreter und insbesondere die Ausbilder und Geschäftsführungen der Betriebe und Verwaltungen waren nicht ausreichend vertreten. “Ansporn für alle”, so der Geschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck “die Diskussion der Veranstaltung stärker in die Betriebe hineinzutragen.”

Anstöße gab Helga Kiel genügend. Hier einige Auszüge aus ihren einführenden Worten: “Die Vorstellung, dass für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen eine Teilnahme am Arbeitsleben, eine ihnen angemessene Form ihres Erwachsenenlebens sein könnte, war und ist für viele Eltern und viele Fachkräfte, und erst recht für die Leistungsträger, schwer vorstellbar. Im Mittelpunkt des Interesses der Eltern stehen die Unterstützung bei der Versorgung, die Erhaltung von Fähigkeiten durch Therapie und Förderung, gute Pflege und Wohlbefinden. Die für die berufliche Eingliederung und die Teilhabe am Arbeitsleben zuständigen Institutionen fühlten sich für diesen Personenkreis nicht zuständig oder hilflos und überfordert […] Bitte lassen Sie uns gemeinsam aufpassen und darum kämpfen, dass es keinen Rest gibt, dass Menschen vom gesellschaftlichen Leitbild der Inklusion ausgeschlossen werden, denn das wäre Exklusion pur, die wir längst überwunden glauben! […] Auch Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf soll ermöglicht werden, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten.

Wir stellen immer wieder fest, dass der Zugang gerade für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf auf einem inklusiven Arbeitsmarkt nicht gelingt und vielleicht auch erst in ferner Zukunft gelingen kann. Wir sollten aber vielleicht jetzt und heute einige Hemmnisse dazu aufzeigen und darauf aufmerksam machen und auch versuchen, sie zu beheben.“

Aus dem Zuhörerkreis gab es ganz spannende Praxisbeispiele wie was gehen kann, so von der Schulleiterin des Ellerbeker Förderzentrums, Carola El Haddad, mit dem gemeinsamen Fahrradprojektes der Schule mit dem Regionalen Berufsschulzentrum oder das Projekt “Übergang Schule und Beruf – ÜSB” der Bundesagentur für Arbeit mit der Landesregierung Schleswig-Holsteins.

Wir wollten erneut einen Anstoß geben, dass Inklusion in der Schule nicht zu Ende ist, die Veranstaltung zeigte, es ist schwer aber möglich.

Im Anschluss wurde die Ausstellung: „Wie sehe ich meine Welt“ an der sich rund 50 Schülerinnen und Schüler aus 5 Förderzentren beteiligt haben, in den Räumen der IHK eröffnet. Prof. Bernhard Schwichtenberg gab eine sehr spannende aber auch heitere Einführung und es gab wirklich sehr viel spannende Objekte zu besichtigen.

Helga Kiel vom BVKM
© Wolfgang Mädel
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